Mittwoch, 26. Mai 2010

Affenweib



(c) Stefan Nagel

Dieser Schaubudenaushang im Stil amerikanischer Sideshow-Banner ist an Tintorettos "Susanna im Bade" angelehnt. Es fiel mir sichtlich schwer, Susanna in ein richtiges "Affenweib" zu verwandeln - daher die Stoppeln statt eines dichten Fells. Tatsächlich war die Körperbehaarung vieler "Haarmenschen" nicht ganz so ausgeprägt wie es die Werbung glauben machen wollte. Im Falle solcher sich beim Betreten der Bude als weniger spektakulär herausstellender Attraktionen wurden diese oftmals durch zusätzliche Darbietungen oder Exponate aufgewertet, so wie zum Beispiel durch die Schaustellung einer "Riesenschlange".
Souvenirkarte, Sammlung Nagel
Andererseits gab es Menschen, die infolge einer genetischen Störung tatsächlich starke, an ein Tierfell erinnernde Überbehaarung aufwiesen und zu wahren Stars im Schaugeschäft wurden. Der bekannteste unter ihnen war "Lionel, der Löwenmensch". Auch Julia Pastrana wies am ganzen Körper eine starke Behaarung auf, außerdem hatte im Gegensatz zu vielen anderen "Affenweibern" ihre Physiognomie affenähnliche Züge. Nähere Informationen über "Haar- und Tiermenschen" finden sich im Kapitel "Abnormitäten" unter www.schaubuden.de.

In den USA wurden solche "Monkey-Women" auch als "Gorilla-Girls" bezeichnet, wohingegen diese eingängige Umschreibung in unseren Breiten zumeist auf eine ehedem recht verbreitete Illusionsshow, die "Girl-to-Gorilla-Show", beschränkt blieb:
http://schaubuden.blogspot.com/2008/04/schaubusenbesitzerinnen-und.html
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