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| Tingel-Tangel, 1953 |
Wenngleich es durchaus einige wenige
niveauvolle Filme „vom Rummel“ gibt (siehe „Arletty im Bade“), bieten die meisten Werke ihrem Sujet entsprechend doch eher leichte
Unterhaltung, triviale, oft reißerische Inhalte, einen recht
lockeren Umgang mit Stereotypen und nicht zuletzt das Spiel mit
Schaulust und Sensationsgier.
Den „Budenzauber“ versuchen dabei
auch die Filmprogramme zu vermitteln, wobei nicht nur der Tonfall der
Texte aufschlussreiche Einblicke in verbreitete Mentalitäten um die
Mitte des 20. Jahrhunderts gibt. Ironische Untertöne, wie sie
insbesondere in unterhaltenden Publikationen schon lange gang und
gäbe waren, sind dabei allenfalls in Ansätzen wahrzunehmen.
„Unter den bunten Dächern der
Karussells ziehen leuchtende Lichterketten rasende Bahnen. Von den
Schiffsschaukeln lärmt das Juchsen schwingender Paare. Ausrufer
bemühen sich (…), die Unübertrefflichkeit des von ihnen
angepriesenen Unternehmens deutlich zu machen. Auch Toni Brandstetter
ist einer von denen, die sich vom Nachmittag bis in die Nacht die
Stimme heiser schreien. (…) Einige dutzend Mal am Tag preist Toni
die Attraktionen seines Etablissements an, als da sind: die schon
etwas verwitterte Putzi Lorrant, Operettensängerin mit Vergangenheit
und ohne Zukunft – der Messerwerfer Cellino, einst Artist auf dem
Seil – Gretl Judex, die Schleiertänzerin, die hübsch ist und
darum nichts zu verbergen hat – Hermann, der Fingerathlet am
Klavier, (...) und Carlo Leutgeb (…) mit seinem Wunderhund.“ „Tingeltangel“ (in Österreich
„Praterherzen“), 1953
Vor dem Zaubertheater stauen sich die
Neugierigen und hören belustigt dem Inhaber der Bude zu, der
verblüffende Wunder verspricht. Fred (…) und sein Freund Nicki (…)
interessieren sich mehr für die junge Assistentin, die neben dem
Inhaber der Bude steht, als für die Zauberei. Ihretwegen besuchen
sie auch die Vorstellung, …" „Prater“ (in Deutschland „Der Weg
des Herzens“), 1936
„Eines Abends, als Toni unter den zur
Kasse drängenden Menschen steht, fühlt er, dass eine Hand nach
seiner Brieftasche langt. Schnell greift er zu und erwischt den Dieb
– ein zu Tode erschrockenes, zitterndes Mädchen. In Toni regt sich
der Kavalier. Lilli (…) ist ein recht hübsches, anziehendes
Mädchen, das in den Wirren der Nachkriegszeit auf die schiefe Bahn
geriet. Toni, auch dem billigsten Abenteuer nicht abgeneigt, besorgt
ihr in der Schau einen kleinen Posten als Küchenhilfe. Es wird Lilli
sehr bald klar, dass ihr Ritter für seine 'Großzügigkeit' mehr als
ein Dankeswort erwartet, und so sehr sie sich auch innerlich wehrt,
so verfällt sie schnell dem Zauber dieses Mannes, wie Ungezählte
vor ihr.“ „Rummelplatz der Liebe“, 1954
„In rasender Fahrt zeigen die drei
Motorellos ihre tollkühne Fahrkunst an der Steilwand. (…) Als die
Spannung auf dem Höhepunkt ist, mischt sich ein Polizeikordon
langsam unter die Zuschauer. Seine rasenden Runden drehend, sieht
Diego das Verhängnis auf sich zukommen. Sein Clownkostüm flattert
durch die Luft: die Zuschauer kreischen entsetzt auf. Nach steiler
Kurve landen Mensch und Maschine zerschmettert auf dem Arenaboden.
Für Diego Moreno verlöscht für immer das gleißende
Scheinwerferlicht der Todesarena.“ „Die Todesarena“, 1953
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