Donnerstag, 17. Juli 2014

Der hat ja wohl 'nen Vogel ...


In diesem Jahr kam Rüdiger Beckers lesenswerte und aufschlussreiche Dissertation „Circusmusik in Deutschland“ von 2008 (http://kups.ub.uni-koeln.de/2668/) in Buchform heraus.
Trotz eigener intensiver und fruchtbarer Beschäftigung mit wichtiger Literatur, orientierte sich Becker bei einigen geschichtlichen Inhalten streckenweise sehr weitgehend an meiner Examensarbeit von 1989 mit dem Titel „Fahrende Artisten in Deutschland“. Dies gilt insbesondere für verschiedene Aspekte des niederen Spielmanns im Mittelalter, aber auch für Aussagen zu Komödianten und Gauklern der frühen Neuzeit, die frühe Circusgeschichte bis hin zu den Familiencircussen am Ende des 20. Jahrhunderts. Mitunter wurden sogar Begrifflichkeiten wie „Fahrende Unterhaltungskünstler“ übernommen, darüber hinaus zitiert Becker gerne Passagen aus anderen Büchern, die auch ich schon für erwähnenswert hielt – Zufälle gibt ’s …
Häufigere Kennzeichnungen indirekter Zitate, wie sie Becker ansonsten durchaus in angemessenem Maß vornimmt, wären sicherlich angebracht; weitaus ärgerlicher noch ist aber der Umstand, dass bei den vorhandenen indirekten und direkten Zitaten im Text mit einer einzigen Ausnahme die fiktive Quelle „Vogel 1989“ statt „Nagel 1989“ angegeben wird.
Die Arbeit wird dabei korrekt im Literaturverzeichnis aufgeführt, wahrscheinlich hat sie Becker im Marburger „Circus- und Varietéarchiv“ entdeckt, dessen Leiter damals ein Exemplar geschenkt bekam. Ich hege die Vermutung, dass sich Becker hier weit weniger frei bedient hätte, wenn die Arbeit allgemein zugänglich wäre. Ebenso könnte die wiederholte Vertauschung des Autorennamens dafür sprechen, dass der Umfang der Nutzung der Arbeit weniger deutlich hervortreten soll. Die einmalige korrekte Angabe lässt ein Versehen dabei eher unwahrscheinlich erscheinen.


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