Samstag, 22. März 2008

La Strada


Abb. aus einer Zeitschrift von 1897, Sammlung Nagel

Im bürgerlichen Verständnis hat es etwas „Romantisches“, das Leben als Straßenkünstler. „Romantisch“ nach dieser landläufigen Auffassung wird das Leben der Gaukler, die sich früher häufig und heute selten auf Straßen und Marktplätzen produzier(t)en, in wenigen Augenblicken (gewesen) sein, auch wenn sich durchaus einige aus „Freiheitsliebe“ für so ein Leben entschieden.
La Strada - Szenenbild in "Das neue Filmprogramm", Mitte 1950er Jahre
Trotzdem übt diese Kunst der Straße eine besondere Faszination aus, die besonders hervorscheint, wenn sie ungeschminkt vermittelt wird - so wie in dem großartigen Film „La Strada“ von Federico Fellini um den Kraftakrobaten Zampano, seine Gehilfin Gelsomina und den Hochseilläufer Matto.


Eine sehr lebendige und vielfältige Straßenkünstlerszene gab es in den 70er und 80er Jahren in Paris. Einer der Künstler war der „Automatenmensch“ „Gilbert“, der heute vor allem auf (nostalgischen) Veranstaltungen in Deutschland auftritt. (www.saltimbanque.de) Gilbert weiß vieles von dieser faszinierenden Gesellschaft aus Musikern, Kettensprengern, Equlilibristen, Feuerschluckern, Jongleuren, Fakiren, Automatenmenschen, Taschenspielern und Kleintierdresseuren zu berichten – aber auch von den großen Behinderungen durch die Obrigkeit.

Taschenspieler in Bremen, Oktober 2008
Heutige Einkaufszonen mit ihrem langweiligen Einerlei aus Klamotten- und Handyketten, Billig- und Dönerläden würden durch akrobatische Kleinkunst eine echte Bereicherung erfahren. Leider ist sie recht rar geworden, dafür bieten aber oftmals sehr gute Musiker aus Osteuropa ein wenig Abwechslung.
 








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